Wiedererrichtung eines denkmalgeschützten Bundwerkstadels in Happing bei Rosenheim

Fertigstellung November 2015
Ort: Happing bei Rosenheim

Leistungsphasen 2 – 3 – 4 Entwurf und Genehmigungsplanung
Bauherr: Privat

Der 156 Jahre alte Bundwerkstadel aus dem Jahr 1858 gehört zu einem denkmalgeschützten ehemaligen Bauernhaus mit barockem Kernbau und einem dreischiffig gewölbten Stall. Der Bundwerkstadel mit Tennendurchfahrten und Getreidekasten (Troadkasten) ist nach einem Sturmschaden im Jahr 2009 so schwer beschädigt worden, dass er zu einem Drittel zurückgebaut und provisorisch gesichert werden musste.
Der Zweiseithof ist den letzten Jahren denkmalgerecht saniert und ausgebaut worden. Der Hof wird heute überwiegend von hochwertigen Gewerbe-, Büro-, und Gastronomie Einheiten genutzt. Er erhielt im Jahr 2013 den Denkmal-Fassadenpreis der Stadt Rosenheim.
Um die Symetrie des Stadels wieder herzustellen und den Bestand aus dem Jahr 1858 zu sichern, wurde der zerstörte Teil in den gleichen Proportionen wieder hergestellt.
Eine nachhaltige und denkmalgerechte wiedererrichtung die zugleich eine flexible Nutzung des Stadels zulässt, standen bei dem Wiederaufbau im Vordergrund.
Der wiedererrichtete Bereich des Stadels lässt unterschiedliche Nutzungsvarianten für Wohnen, Arbeiten oder die Gastronomie zu. Die Aufteilung und Dimensionierung des ursprünglichen Stadels konnte größtenteils übernommen werden.
Um den Charakter des Gebäudes auch im Innenbereich zu wahren, blieb die ehemalige Tennendurchfahrt als Erschließungszone räumlich erhalten.
Ebenso wurden die historischen Torbögen und die original Bodendielen der Durchfahrt, fachgerecht restauriert und wieder eingebaut.
Die Giebelseite des Stadels war ursprünglich mit einer einfachen Boden-/Deckelschalung verkleidet. Die vertikale Struktur dieser Schalung wird durch eine schlichte vertikal angeordnete Holzlamellen-Fassade wieder aufgenommen. Die Lamellen, aus 16cm tiefen und 3cm starken, sägerauen Holzbohlen, dienen als Sonnen- und Blickschutz und kaschieren die großzügig verglaste Giebelseite die für die neue Nutzung notwendig war.
Somit konnte trotz der neuen Nutzung der ursprüngliche Charakter des Bundwerkstadels und des Hofensemble erhalten bleiben.